ANTWORT: Sumpftrockenleger auf paeris.net – oder: Was passiert, wenn Zivilcourage ihre Opfer findet

Schade. Eigentlich wollten wir auf unserer Veranstaltung im Juli genau die Diskussionen führen, die jetzt in Ansätzen in Kommentaren zu unserer Einladung auftreten. Nicht, dass das schlimm wäre. Auf der Veranstaltung waren sich anscheinend alle einig, dass Drogenverbote generell keine gute Sache und erst recht keine Lösung von irgendetwas sind, sondern allenfalls einer von vielen staatlichen Wegen, die Bevölkerung zu zwingen, sich für die Steigerung des Bruttoinlandsprodukts fit zu halten. Deshalb konnten dort ganz andere wichtige Fragen andiskutiert werden, zum Beispiel die, ob es sinnvoll ist, sich der Legalisierungsbewegung anzuschließen. Zu der Frage, ob Dealer zu vertreiben eine gute Idee ist, wollen wir uns dann hier aber doch noch einmal äußern.

Das ist nämlich leider in den Kommentaren zu unserer Einladung bisher recht unzulänglich geschehen. Jens Hohmann hat ganz recht, wenn er sich beklagt, dass auf sein konkretes Problem, sich von Dealern belästigt zu fühlen, immer nur mit großen weltverbesserischen Vorschlägen geantwortet wird, insofern die ja erstmal wenig mit seinem Anliegen zu tun haben, sein Leben heute, hier und jetzt, zu verschönern. Auch der Kommentar von Toleranz, dass er oder sie das Problem nicht kenne, ändert nichts, wenn es anderen nun mal aufstößt. Dass sich Menschen belästigt fühlen, muss man erst einmal anerkennen und kann nicht einfach sagen, es gebe keinen Grund, sich belästigt zu fühlen. Ob das Belästigungsempfinden aber aus der Natur der angeblichen Belästigung oder eher aus reflexionsbedürftigen (Vor-)Urteilen entspringt, und welche politischen Konsequenzen man also daraus zieht, das ist die nächste Frage, und der wollen wir uns widmen.

Zunächst kommen die kämpferischen Kommentare immer sehr moralisch daher. Kaum einer der männlichen Kommentatoren kann die Dealer selber nicht ertragen, alle kämpfen für ihre Freundinnen und Kinder. Wenn man von diesem unangenehm paternalistischen Gestus absieht, bekommt der Kampf vielleicht oberflächlich betrachtet einen menschenfreundlichen Zug: die Leute im Kiez vor Belästigung zu schützen. Aber dann haben sie anscheinend gar nichts dagegen, wenn das, was sie heute als ihr Problem ansehen, morgen andere haben. „Wenn das Problem vor meiner Nase ist, will ich, dass es woanders hin geschoben wird“, beschreibt ein Kommentar von classless diese Haltung. „Ich bin hier zuhause und das Pack im Weinbergspark kam erst viele Jahre später“, begründet schließlich Jens Hohmann in diesem Sinne mit einem seltsamen Begriff von Gewohnheitsrecht seinen Anspruch. Nichts spricht

ANTWORT: Sumpftrockenleger auf paeris.net – oder: Was passiert, wenn Zivilcourage ihre Opfer findet
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