Fetisch. Selber denken, was alle denken

Wochenendseminar zum Fetischcharakter des Kapitals vom 25.-27. Januar 2008 in Berlin.

Nicht davor zurückschrecken, das eigene Hirn einzuschalten, forderte die Aufklärung. Wo damals die Gesellschaft ganz eifersüchtig ihre Vorstellungen vor jeder Prüfung hütete, und die bloße Existenz dieser Vorstellung schon als Bewährung galt, brauchte es wirklich Mut zu selbständigen Urteilen. Heute gelten die als Standardwährung und werden als Ausweis von soft skills von jeder BewerberIn erwartet. Aber was wird aus der Aufklärung, wenn all die eingeschalteten Hirne ganz selbständig auf verkehrte Vorstellungen kommen, weil diese Verkehrung aus der Funktionsweise der Gesellschaft selbst hervorgeht, wie Marx meint? Er nennt das objektive Gedankenformen oder Fetischismus, wenn fälschlich als notwendige Eigenschaften der Dinge erscheint, was nur in der besonderen Organisationsweise dieser Gesellschaft besteht. Was das eigentlich genau heißen soll und inwiefern dieses Konzept ideologische Strukturen begreifen hilft, wollen wir uns anhand von Marx’ Ausführungen über den Fetisch anschauen. Wir glauben aber, dass diese falschen Vorstellungen nicht aus der reinen Ökonomie des Kapitals resultieren, sondern es eines häufig unterschätzten subjektiven Moments bedarf. Wie man mit diesem Wissen Aufklärung anders fassen und betreiben könnte, wollen wir mit Euch diskutieren.

Fetisch. Selber denken, was alle denken
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